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#ComingOutDay: Ellen Morgans Coming-out in der Fernsehserie „Ellen“

Aus Anlass des internationalen Coming-out-Tags, der jedes Jahr am 11. Oktober begangen wird, habe ich mir heute Morgen Gedanken über Coming-out-Szenen in Fernsehserien gemacht und welche für mich persönlich eigentlich die wichtigste war. Die Antwort war sehr schnell klar: Ellen Morgans Coming-out in der Fernsehserie Ellen.

In der Folge The Puppy Episode aus dem Jahr 1997 verliebt sich Ellen Morgan, gespielt von Ellen DeGeneres, in Susan (Laura Dern). Nachdem sie sich selbst und auch Susan gegenüber zunächst vehement abstreitet, lesbisch zu sein, gesteht sie es sich im Gespräch mit ihrer Therapeutin (Oprah Winfrey) schließlich doch ein. Als sie sich auch vor Susan outet, geschieht Ellen ein kleines Missgeschick:

Das Coming-out von Ellen Morgan war bahnbrechend. Nie zuvor hatte sich die Hauptfigur einer amerikanischen Sitcom als homosexuell geoutet. Vielen lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen in den USA gab die Puppy Episode, die zu einer der meistgesehenen Sendungen in der Geschichte des amerikanischen Fernsehens wurde, nicht nur einen Anlass, sondern auch den Mut, sich ebenfalls bei ihren Familien und Freunden zu outen. Für mich persönlich war Ellens Coming-out der Anstoß, mich mit meinen eigenen Gefühlen für Frauen auseinanderzusetzen, was schließlich einige Monate später zu meinem eigenen Coming-out führte.

Darstellerin Ellen DeGeneres wurde der Entschluss, nicht nur ihre Figur, sondern auch sich selbst in diesem Zusammenhang als lesbisch zu outen, jedoch fast zum Verhängnis: Nachdem Ellen nach nur einer weiteren Staffel abgesetzt wurde, hatte sie einige Jahre lang Schwierigkeiten, in Hollywood wieder Fuß zu fassen. Zum Glück ist es ihr gelungen. Ellen ist heute eine der beliebtesten Fernsehpersönlichkeiten der USA – und dabei out and proud.

Gibt es Coming-out-Szenen, die für euch eine ähnliche Bedeutung haben? Oder die ihr aus anderen Gründen besonders toll findet? Dann teilt sie gern in den Kommentaren.

2 Kommentare

  1. Ich hoffe dein Coming out war erfolgreich?!
    Für mich persönlich finde ich die Episode-gay gay gay, it’s a gay world – auch ganz wichtig!
    Ich danke meinen Eltern wirklich openminded erzogen worden zu sein, aber diese Episode finde ich bringt straighte Leute ernsthaft zum nachdenken wie es ist/ sein könnte wenn dich Menschen, nur auf Grund deiner sexuellen Orientierung wie Menschen vom anderen Planeten behandeln. Mir hat sie sehr geholfen nach zu empfinden wie es ist auf der anderen Seite zu stehen- konfrontiert mit all den Vorurteilen und Problemen.
    Was ich meine ist und ich hoffe ich werde nicht falsch verstanden, es ist beschämend, dass wir in unseren Zeiten überhaupt noch ein coming out brauchen. Ich meine alle streben danach eben nicht Mainstream zu sein sondern individuell, doch eben wenn alle individuell sind, sind doch alle gleich – oder?
    Ellen sagte mal so was wie …. I was raised by two straight People and I survived it too… – ist ’nen Satz den man gerne einfach mal stehen und wirken lassen kann!
    Noch son‘ Aufreger aus meiner Sicht ist die aktuelle Debatte über die Ehe für alle – und ich sitze nur Kopfschüttelnd da und denke WTH sind wir im Mittelalter? 83% der Deutschen sind für die Öffnung der Ehe, aber die Politik muss mal wieder etwas politisieren was schlicht und ergreifend zu den Menschenrechten gehört!
    Da kann man nur hoffen, dass die LGBTQ -Gemeinde ’nen langen Atem hat….

    • Danke für deinen Kommentar. 🙂 Ich fand „It’s a Gay Gay Gay Gay World“ auch sehr gut und wichtig, wie überhaupt viele Folgen der 5. Staffel. Leider haben viele Zuschauer in den USA und der Sender das ja anders gesehen und fanden die Serie plötzlich „too gay“. Da waren Ellen und ihr Team ihrer Zeit wohl ein wenig voraus. Umso toller ist es, wie präsent und beliebt sie inzwischen wieder ist und wie wenig es heute ein Problem ist, dass sie mit einer Frau verheiratet ist. Ganz im Gegenteil, ihre Fans lieben Ellen & Portia als Paar.

      Zu deiner Frage nach meinem eigenen Coming-out: Ja, alles gut. 🙂 Es war zwar anfangs an einigen Stellen ein wenig holprig, aber ich habe eine tolle Familie und ein cooles Umfeld und wenn ich nicht ab und zu die Nachrichten sehen und lesen würde, würde ich gar nicht mitbekommen, dass manche Menschen in diesem unseren Lande leider immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Aber keine Sorge um unseren Atem. Es ist zwar reichlich frustierend, auch im Jahr 2017 immer noch für rechtliche Gleichstellung und die Öffnung der Ehe auf die Straße gehen und kämpfen zu müssen, aber wenn es nun einmal so ist, dann ist es eben so. 🙂

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