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Mit Netflix in den Knast – OITNB S3 Watch Along in Berlin

Aus Anlass der weltweiten Veröffentlichung der 3. Staffel von Orange Is the New Black fand Mitte Juni ein sogenanntes „OITNB Watch Along“ statt. Fans der Serie und YouTuber verbrachten einen interessanten Abend im Frauengefängnis Litchfield, Außenstelle Berlin.
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Vor einigen Wochen wurde ich durch eine Freundin auf einen Tweet von Netflix aufmerksam, in dem es darum ging, eine Einladung zum OITNB S3 Watch Along in Berlin gewinnen zu können. Als eingefleischter Fan von Orange Is the New Black, der schon seit Wochen der neuen Staffel entgegenfieberte, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Warum auch – schließlich hatte ich ja nichts zu verlieren.

Also schnell am Frühstückstisch ein Foto geschossen, abgeschickt, und – gewonnen! Blieb nur die Frage: Was genau hatte man sich unter einem „Watch Along“ vorzustellen? Und: Was zieht man dazu an? Das Twitter-Team von Netflix hielt sich diesbezüglich etwas bedeckt, zumindest bei der Klamottenfrage müssen sie sich aber königlich amüsiert haben. Die hatte sich vor Ort nämlich sehr schnell erledigt: Es gab Knast-Einheitskleidung für alle. Ziemlich cool!

Das Event fand in einer alten Fabrik in Berlin-Friedrichshain statt und schon der Stacheldraht auf dem Zaun trug zur Knast-Atmosphäre bei.


Doch es ging noch weiter. Die eintrudelnden Gäste wurden von „Schließerinnen“ und „Schließern“ in Uniform in Empfang genommen und grüppchenweise in das Gebäude geführt, wo es ans Umziehen ging. Schon da fielen sie meinen Begleiterinnen und mir auf: Jede Menge Kameras.

Auf Nachfrage gab’s die Aufklärung: „Dies hier ist ein YouTuber-Event, die filmen hier alle und immer.“ Aha. Wäre eigentlich auch ganz nett gewesen, das vorher zu wissen, denn zumindest eine meine Begleiterinnen fand das nicht so toll. Die permanente Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken liegt eben nicht jedem. Aber sie blieb tapfer und versuchte, das Beste aus der Situation zu machen.

Frisch eingekleidet ging es wieder zurück auf den Hof, wo wir von zwei weiteren Menschen in Uniform in Empfang genommen wurden, die den Abend moderieren würden.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht darauf hinweisen, dass ich mich bei YouTubern überhaupt nicht auskenne. Deshalb sagten mir die Namen Kelly MissesVlog und Fabian Siegismund – eben jene Menschen in Uniform – erst einmal gar nichts. Auch die weiteren YouTuber-Namen, die ich im Laufe des Abends aufschnappte, musste ich am nächsten Tag erst einmal googeln. #sorrynotsorry

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Noch immer wusste niemand so recht, was uns eigentlich erwartete, die Spannung stieg. Dann ging es hinein – mitten in die Gefängniskantine von Litchfield.

Die langen Tische, an denen wir Platz nahmen, die Essensausgabe am Ende des Raums, an dem wir mit wirklich leckerem Essen versorgt wurden, selbst die Farbe der Wände und der Fußbodenbelag waren dem Set der Serie nachempfunden. Das war ein weiteres meiner Highlights des Abends: Die Mühe, die sich die Innenausstatter gemacht hatten, und ihre Detailverliebtheit. Selbst an das berühmte Huhn aus der ersten Staffel hatten sie gedacht! (Das hier natürlich nur als Stofftier dabei war.)

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Ein Blick in das Herz von Litchfield, Außenstelle Berlin (Bild: Amidola)

Zum Glück waren auch einige eingefleischte Fans da, die dies entsprechend einzuordnen wussten, denn im Laufe des Abends wurde immer deutlicher: Nicht wenige der Anwesenden hatten höchstens ein paar Folgen von Orange Is the New Black gesehen, manche kannten die Serie überhaupt nicht.

Und spätestens, nachdem wir uns gemeinsam die erste Folge der dritten Staffel angesehen hatten, waren wir wechselseitig voneinander irrtiert: Auf der einen Seite die anwesenden YouTuber, die sich fragten, warum die Fans so mitgingen und sogar laut jubelten, als erstmals eine gewisse „Alex Vause“ auf dem Bildschirm zu sehen war; auf der anderen Seite die Fans, die sich wunderten, wie man sich das überhaupt fragen konnte und die das Rahmenprogramm – YouTuber aus verschiedenen Bereichen, die sich auf einer kleinen Bühne über Gefängnisessen, Gefängnisoutfits und Gefängnismakeup austauschten – mit höflicher, aber auch ein wenig ungeduldiger Aufmerksamkeit verfolgten. Schließlich war man hier, um die Serie zu sehen! Auch wenn es – leider – nur die deutsche Synchronfassung war.

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Insgesamt zwei Folgen standen für den Abend auf dem Programm und nach dem Ende der zweiten Folge brannten wohl die meisten Fans darauf, nach Hause zu kommen, um sich beide Folgen noch einmal auf Englisch anzusehen und vor allem herauszufinden, wie es mit Piper und Alex nach dem furiosen Ende von Folge 2 weitergehen würde.

Zum Abschluss des Abends gab es auf der Bühne aber noch ein wenig Musik (den Musiker kannte ich natürlich auch wieder nicht) und ich nutzte die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit Schauspielerin Janina Uhse aus der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten über die Liebesgeschichte ihrer Figur „Jasmin“ mit deren Mitbewohnerin „Anni“, die ich in den vergangenen Monaten mal mehr, mal weniger verfolgt habe.

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Dann wurden wir wieder aus dem Gefängnis entlassen, unsere Habseligkeiten in OITNB-Stoffbeuteln verstaut.

Vielen Dank noch einmal an Netflix und Studio71 für diesen tollen Abend und für die Mühe, die alle Beteiligten sich gegeben haben. Außerdem Glückwunsch an die anwesenden YouTuber, die am nächsten Abend bei der Verleihung des Deutschen Webvideopreises ausgezeichnet worden sind. Jetzt kenne ich eure Namen auch. 😉

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Autor/in: Meike

Bloggerin, Serienguckerin, Ellen DeGeneres-Fan, Wahl-Hamburgerin und noch einiges mehr. Hier schreibe ich regelmäßig über irgendwas mit Medien, vor allem Serien.

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